Glaubenssätze
Warum sie so wirksam sind, wozu sie uns dienen & Selbsthypnose.
Wissen ist oft trocken & sachlich.
Glaubenssätze sind dagegen an emotionale Erfahrungen geknüpft, oft aus der Kindheit. Wenn du also glaubst: „Ich bin nicht gut genug“, dann ist das kein logisches Argument, sondern ein Gefühl, das mit Scham, Schuld & Angst verknüpft sein kann, das jede Logik sofort schlägt.
Sie sind wie ein Mantra, das wir uns in allen erdenklichen Varianten immer wieder erzählen. Der Psychotherapeut Gunter Schmidt spricht in dem Zusammenhang auch von Selbsthypnose, denn wir lernen durch Wiederholungen.
Unser Gehirn spielt dabei eine zentrale Rolle.
Wissen liegt im Neokortex (logischer Verstand), Glaubenssätze sind im lymbischen System verankert, das für Emotionen zuständig ist. Wenn wir also die Gewohnheit unserer Glaubenssätze ständig nähren & in dieser Wiederholungsschleife bleiben, trainieren wir uns auf diese vermeintliche “Wahrheit”.
Glaubenssätze wirken quasi wie Filter vor deinen Augen.
Da sie für dich “normalˮ oder einfach “die Wahrheitˮ sind, nimmt dein Gehirn Informationen selektiv wahr. Hier ein Beispiel:
Filterung: Alles, was deinem Glaubenssatz wiederspricht, wird oftmals als Zufall abgetan oder gar nicht bemerkt
die Bestätigung: Alles, was ihn unterstützt wird als Beweis gewertet.
Wer glaubt, dass Menschen egoistisch sind, wird sich so verhalten (zB. distanziert), dass andere distanziert reagieren & zack: “Ich wusste esˮ. Dabei reagieren die anderen nur auf deine eigene Distanziertheit. Das nennt man Selbsterfüllende Prophezeihung.
Wenn du dir deine Glaubenssätze also laut oder auch nur innerlich ständig sagst, ist das ein klassisches Mentaltraining.
Wozu sie uns dienen: Glaubenssätze sind auch Teil unseres Selbstbildes. Unser Gehirn ist darauf programmiert unsere Identität stabil zu halten. So wird die Welt berechenbarer & somit sicherer für uns. Und in Stresssituationen kann das Gehirn automatisch auf diese Erfahrungen, die er so gut kennt, zurückgreifen.
Das Selbstbild ist ein großer Anker für die eigene Identität. Die Ausrichtung funktioniert in beide Richtungen, in positives & negatives Selbstbild. Und es ist eben nicht trennbar von unseren Erfahrungen & Gefühlen.
Das ist auch der Grund, warum viele Techniken nicht greifen, wenn man negative. Glaubenssätze verändern will. Das was wir über uns selbst glauben, kann nicht allein über den Verstand gehen. Der Körper, über das Fühlen erinnert sich. Es braucht neue Erfahrungen, um negative Glaubenssätze zu “überschreiben”.
In der Aufstellungsarbeit kann das Thema Glaubenssätze sehr praktisch bearbeitet werden, weil ein neues Gefühl entsteht. Eine neue Erfahrung.
Feedback einer Klientin: »Ich möchte dir einfach noch mal DANKE sagen für die tolle Idee mit der Aufstellungsarbeit und deiner Arbeit mit Glaubenssätzen. Ich habe mich schon von so vielen Seiten aus damit beschäftigt, doch keine Weise hat so gut funktioniert wie deine. Der Satz „Ich wähle mich“ geht mittlerweile mitten ins Herz und ist ein unglaublicher Antreiber.«